Farbfeuerwerk

Farbfeuerwerk

Heute hatte ich endlich mal wieder Zeit, Wolle bunt zu machen! Das geht nämlich nicht mit neugierigen Kinderfingern und Nasen in den heißen Töpfen, daher habe ich das schon lange nicht mehr gemacht. Aber jetzt!

Besonders gespannt war ich auf die Indigo-Färbung, die hab ich diesmal das allererste Mal probiert. Anders als bei anderen Pflanzen-Färbungen kocht man dabei die Farbdroge (Kräuter oder so) nicht einfach aus, sondern muss eine Küpe herstellen, weil sonst der Farbstoff im Indigo nicht gelöst wird. Es gibt ganz viele verschiedene Verfahrungen so eine Küpe herzustellen: Urinküpe, Hefeküpe, …, die alle unglaublich kompliziert klingen.

Ich hab für den ersten Versuch entschieden eine einfache, aber moderne Variante zu wählen, die das Flachsschaf hier sehr gut und verständlich beschreibt. Auch auf costumebase.org und bei Haubi-Spinnes-Wollwerkstatt wird die Methode sehr genau beschrieben (ich habe zur Sicherheit alle drei Anleitungen kombiniert).

Und es war großartig! Die Wolle war beim Rausholen tatsächlich noch grün und hat sich dann einfach so in Blau verwandelt. Ich bin ganz begeistert! Leider habe ich mich verleiten lassen, mein handgenähtes Wollkleid auch reinzuwerfen – jetzt ist es zwar wunderschön blau, aber leider auch wunderschön gebatikt. Mist! Aber ich trage es eh meistens unter meinem anderen Kleid, da fällt es kaum auf.

Wenn wir irgendwann mal einen Garten haben, möchte ich unbedingt Waid anbauen (der enthält Indigo als Farbstoff) und dann mal richtig mittelalterlich „blaumachen“. So ist die Indigofärbung gerade für mittelalterliche Sachen ja doch ein bisschen geschummelt 🙂

So, jetzt mach ich Schluss und wickel die ganze Wolle, damit wir sie auf dem Wollverarbeitungs-Workshop im Dezember nutzen können, (hier gibt’s Infos zum Workshop). Auf diesen textilen Mittelalter-Workshop und die beiden anderen Workshops (Infos zum Schnitzen und zum Kochen gibt’s hier) freue ich mich schon sehr! Es sind übrigens noch Plätze frei…

Viele Grüße,
Ulrike


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